Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an mein Gerede in den letzten Jahren, wenn es hieß: "Irgendwann schneide ich mir mal die Haare ganz kurz." Mehr oder weniger verbindlich hatte ich mir die Zeit bis zum 50. Geburtstag meiner Mama als Galgenfrist gesetzt, war ja immer noch so lange hin...
Aber dieses Jahr war es nun soweit und ich begann ernsthafter denn je darüber nachzudenken, ob und vor allem wie ich es tun sollte.
Pro: Natürlich mochte ich meine schönen langen Haare sehr, nicht nur weil ich oft darum beneidet wurde und besonders Männer sie toll fanden, sondern auch, weil sie gleichzeitig so pflegeleicht waren (was andere erst nach fönen, glätten und zig Haarprodukten erreichten, hatte ich einfach indem ich mich mit handtuchfeuchtem Haar schlafen legte und am nächsten Morgen nochmal durchkämmte). Aber nach fast 10 Jahren wollte ich endlich auch mal einen neuen "look", mich auch äußerlich verändern. In anderer Hinsicht konnten die langen Haare auch sehr unpraktisch sein (das Hängenbleiben an irgendwelchen Stuhllehnen, Türklinken, Mantelknöpfen etc.; das Eindippen in gefüllte Teller und Gläser; das Fegen des Pferdeschwanzes in das Gesicht des Nebenstehenden bei einer zu schnellen Drehung des Kopfes, vor allem beim Tanzen (an dieser Stelle noch einmal Entschuldigung an alle Gepeitschten)).
Kontra: Was mir aber Angst machte, waren die Berichte von Kurzhaarträgerinnen, die erzählten, wieviel mehr Aufwand man mit kurzen Haaren doch hätte, wie widerspenstig sonst brave glatte Haare würden...
Was mir bis dato fehlte, war eine rund-um Beratung, weil ich, was kurze Haare anging, keine Ahnung hatte, was bei mir möglich war und was mir stehen würde.
Da ich ja nun aber dank meines Praktikums die Frisöre aus der Udo Walz Niederlassung in unserem Hotel kennenlernte, hatte ich schon bald qualifizierte Leute an der Hand, die mir beim Mittagessen in der Kantine Tipps gaben.
Und plötzlich wurde es konkret, denn mir kam die Idee Vincent bei meinem Besuch im April zu seinem Geburtstag mit einer neuen Frisur zu überraschen.
Nach einigem Hin- und Her, dem Durchforsten von Magazinen und Internetseiten nach Vorbildfrisuren, langen Beratungsgesprächen beim Frisör und den Meinungen meiner Kollegen (seltsamerweise wollten fast alle Männer mich von meinem Plan abbringen und waren dementsprechend alles andere als eine Hilfe bei der Entscheidung wie kurz es denn nun werden sollte und ob Pony oder nicht) entschied ich mich dann endlich für einen Bob mit Pony, nach dem Motto wenn schon anders, dann richtig!
So, und nun will ich euch nicht länger das Ergebnis vorenthalten:
ohne Worte...
und da wars getan...

das etwas andere Stillleben

Fertig!
Dass ich bei meinen glatten Haaren jemals ein Glätteisen benutzen müsste, das hätte ich nie gedacht, aber da komme ich jetzt nicht mehr drum herum, zumindest um die Spitzen schön rund nach innen fallen zu lassen.
Klar muss ich jetzt deswegen ein bisschen früher aufstehen, aber ansonsten bin ich mit meiner neuen Frisur total zufrieden und habs noch kein bisschen bereut. Nur der Pony nervt mich öfter noch, aber den steck ich dann einfach mit ner Spange weg.

- Geht auch, oder?
Achso, nachdem Vini erst einen Moment gebraucht hat, mich auf dem Flughafen zu erkennen, war er gleich ganz begeistert :)
Ihm gefällts, mir gefällts- und euch?





