Montag, 15. Dezember 2008

Gute Neuigkeiten

Mein letzter Post in diesem Jahr, denn in 4 Tagen geht's nach Hause!
Es ist wieder so einiges passiert. Fangen wir mal bei der Uni an. Die Zwischenprüfung, von der ich erzählt hatte, ist wirklich sehr gut ausgefallen, bei mir und fast allen anderen ausländischen Studenten zumindest...von den Spaniern dagegen hatten viele Mühe zu bestehen, es herrscht halt doch ein anderes Niveau und wohl auch ne andere Einstellung hier.

Ansonsten ist es auch auf Mallorca weihnachtlich geworden. In allen Straßen hängen Lichterketten, auf dem Corte Ingles steht eine Lichterkrippe und es gibt sogar so ne Art Weihnachtsmarkt (ein paar Buden, wo die Afrikaner, die hier sonst überall gebrannte DVDs, blinkende Brillen, tanzende Kühe und gefakte Handtaschen verkaufen, diesmal legal Tücher und Sonnenbrillen anbieten). Da wir hier so einige deutsche Mädels sind, haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen am Advent Plätzchen und Waffeln zu backen und die Kerzen anzuzünden.




Außerdem haben wir auch noch ein großes Weihnachtsessen bei uns in der Wohnung veranstaltet, bei dem jeder was mitgebracht hat und wir geschlemmt haben bis nichts mehr rein ging.


Aber auch von den spanischen Weihnachtstraditionen haben wir ein paar kennengelernt. Dank International Office konnten wir zum halben Preis an einem tollen Weihnachtsstadtrundgang teilnehmen, bei der wir viele spanische Weihnachtsleckereien verkosten durften (v.a. spezielle Gebäcke und Turrones aus Bäckereien, Konditoreien, Klosterherstellung...). Melli und ich haben danach auch noch bei einem Workshop gelernt, wie man verschiedene Turrones (meist so ne Art Marzipan in vielen verschiedenen Varianten)selber macht-eigentlich ziemlich simpel, aber doch lecker.






Und während der ganzen Zeit ging es weiter mit Warten und Hoffen, dass jemand meine Praktikumsbewerbung erhört, aber erstmal kam nichts, keine Reaktion, nicht mal Absagen. Und dann plötzlich ein Anruf von einer Hotelkette, deren Namen ich erstmal gar nicht verstand und die aber an mir interessiert waren. Nachdem die am Telefon angekündigte email mit genaueren Infos zum Unternehmen und Terminvorschlag für ein Vorstellungsgespräch nach einer Woche immer noch nicht da war, musste ich da wohl oder übel nochmal anrufen, hab mich aber glaub ich ganz wacker geschlagen. Jedenfalls kam daraufhin endlich die ersehnte email und ein paar Tage später fuhr ich zum Vorstellungsgespräch auf die andere Seite der Insel, in dem alle meine Hoffnungen steckten. Es stellte sich heraus, dass ich für die Reservierungszentrale der 16 auf Mallorca stehenden Hotels dieser Kette (THB, falls das irgendwem was sagt...)vorgesehen war. Die Arbeit (u.a. Yield Management) klang echt interessant und sie wollten eigentlich nur noch hören, ob ich einverstanden wäre. Soweit so gut, aber als ich dann erfuhr, dass es weder Taschengeld, noch freie Unterkunft oder Verpflegung gibt(was echt unüblich ist, es gibt sonst fast überall mind. eine dieser Optionen) und ich jeden Tag auf eigene Kosten (immerhin fast 10€ pro Tag) von Palma 1 1/2 Stunden im Bus hin und zurückfahren müsste, war's schon wieder vorbei mit meiner Freude. So hatte ich mir das nicht vorgestellt, dann musste ich wohl doch von der Insel runter und mir auf den Kanaren was suchen (da gibts nämlich zig Angebote für gute Hotelpraktika). Aber dann kam mir jetzt doch noch der Zufall zu Hilfe.
Vor 2 Wochen nämlich waren wir abends noch in ner Bar in Palma, wo Irina zufällig mit der deutschen Direktionsassistentin vom Arabella Sheraton Hotel Mallorca am Nebentisch ins Gespräch kam und klugerweise gleich mal erwähnt hat, dass sie Tourismusstudentin und auf Praktikumssuche sei. Und da hat die nette Dame (Ilka) ihr gleich ihre Visitenkarte und Hilfe angeboten. Da ich mich gerade ne Woche vorher auch bei diesem Hotel beworben hatte, hab ich die Gelegenheit genutzt und mal nachgefragt, welche Chancen ich denn auf ne (positive) Antwort hätte, und da hat sie mir auch gleich noch angeboten, ihre Beziehungen spielen zu lassen. Klar haben wir uns riesig gefreut, obwohl Ilka natürlich nichts versprechen konnte, aber immerhin gab es eine Hoffnung und Beziehungen und Kontakte zählen in Spanien halt leider sehr viel. Dass man ohne nicht weit kommt, hatten wir ja bis dato schon gemerkt. Tja und dann kam jetzt die Nachricht, dass Irina für die Marketingabteilung und ich für den Food&Beverage-bereich vorgesehen sind. Wir müssen zwar beide noch zu einem Vorstellungsgespräch, aber laut Ilkas Aussage ist es wohl schon ziemlich verbindlich. Und so werde ich mein Praktikum jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach im St. Regis Mardavall (eins der drei Hotels der Arababella Sheraton Kette auf Mallorca, was aber das beste sein soll und auch als eine der besten Hotelmarken auf der ganzen Welt zählt!!!) als Food& Beverage Coordinator (klingt schon mal super, oder?bin dann die Assistentin des F&B Managers dort)absolvieren. Das ist nicht nur ne super Referenz, es gibt auch noch ein kleines Gehalt und freie Verpflegung (und die ist bestimmt nicht übel in einem 5-Sterne-super-Luxus-Hotel!:)).
Also wenn das nicht gute Neuigkeiten sind...

So, dann wünsche ich euch allen ein schönes Weihnachten und ne super Silvesterparty.
Ein paar sehe ich ja bald in Schwerin, Rostock oder Berlin- ich freu mich schon ganz doll!!!Bis bald

Sonntag, 23. November 2008

Allerlei

So meine sehr verehrten Leser,nach 3-wöchiger Schreibabstinenz melde ich mich zurück und hab viel zu berichten. Vor allem an den Wochenenden ist viel passiert. Ich hab ja glaube ich schon öfter mal die aktive Rolle unseres International Offices erwähnt- bisher hat sich das auf die Einführungswoche und die Organisation vom gemeinsamen Botellon und Parties beschränkt, aber vor 3 Wochen wurde ein richtiger Ausflug mit Übernachtung angeboten, was bei den Austauschstudenten ziemlich gut ankam. Und zwar ging es mit dem Bus in ein Hostel bei La Victoria, einem kleinen Örtchen an Mallorcas Nordostküste. Auf dem Weg dahin haben wir noch einen Abstecher in Inca (kleine Stadt in der Mitte der Insel) gemacht. Dort fand ein Mittelalterfestival statt, was allerdings ziemlich im Regen unterging und wir mehr Zeit im Café und einem Restaurant verbracht haben, in dem uns ein typisch mallorquinisches Menü serviert wurde. Unter anderem gab es da "Mallorqui frit" oder so ähnlich, was so viel wie fritierte Innereien sind...zum Glück konnte man stattdessen auch Hühnchen oder Schweinebraten mit Pommes bekommen, aber die typisch mallorquinische Reissuppe als Vorspeise war wirklich lecker. Dann haben wir noch einen Zwischenstopp am mir schon bekannten Cap Formentor gemacht und dann gings zum Hostel. Das ist direkt am Meer gelegen in einer wunderschönen Landschaft. Abends habe ich davon aber erstmal kaum was mitbekommen, weil wir den ganzen Abend damit verbrachten lustige Gruppenspiele zu spielen, die bei RUF Jugendreisen unter anderem als "No-gos" eingestuft werden, also sowas wie ne möglichst lange Kleiderkette bilden...Dann gings nachts noch runter an den Strand (die meisten natürlich mit Alkohol ausgestattet), was total romantisch aber auch irgendwann ziemlich kalt war. Nur noch ungefähr ein Drittel der ganzen Gruppe konnte sich am nächsten Morgen (nach sehr kurzer Nacht wie ihr euch sicherlich denken könnt-ich hab mich wieder wie auf Klassenfahrt gefühlt in den 10-Bett-Zimmern)aufraffen und die kleine Wandertour in den Bergen an der Küste mitmachen. Ich bin froh, dass auch ich meine Müdigkeit überwinden konnte und dabei war. Immerhin hatten wir inzwischen ein super Wetter und wir konnten im T-shirt gehen. Leider hatte ich meine Kamera vergessen, aber die Handybilder geben immerhin einen ungefähren Eindruck, wie schön die Aussicht war.




Ein anderes Wochenende waren wir auch schon Bowlen in einer größeren Gruppe zu einem extra vom Int. Office ausgehandeltem special price, also die lassen sich echt was einfallen.
Das WE nach diesem größeren Ausflug hatten wir allerdings unser eigenes Programm, da kamen nämlich Katja und Ines aus Alicante und Sven aus Madrid, alles Freunde und Kommilitonen aus Bremen, die auch gerade ihr Auslandssemester in Spanien verbringen.
Leider wurde ich natürlich genau an diesem Wochenende krank und konnte deswegen leider nicht so richtig mitmachen beim Sight-Seeing durch Palma und Party machen. Aber es war trotzdem schön, sie wiederzusehen.


Katja und Ines kamen erst später an, bis dahin haben wir uns mit Sven am Strand in der warmen Sonne entspannt
Mal wieder auf dem Castell Bellver, Katja genießt wohl gerade woanders die schöne Aussicht

Und dank Sven, dessen Wunsch ich ja nicht abschlagen konnte, bin ich nun auch mal live am Ballermann gewesen. Ballermann 6 ist eigentlich Balneario 6 (Balneario heißt eigentlich nur so was wie Strandabschnitt und ist der Name von den Strandkiosken), an der ganzen Platja de Palma gibt es insgesamt 15, 1-6/7 befinden sich in dem Ort S'Arenal. Tja nd wie's da aussieht kennt man ja von Fotos oder Fernsehreportagen. Das Bild, was sich uns bot, sah allerdings anders aus- klar, Anfang November ist da so gut wie nix mehr los, kaum noch Touris, die meisten berühmt-berüchtigten Lokale und Hotels haben zu. Nur im "Bierkönig" saßen noch ein paar gelangweilte Gestalten an den Biertischen, während die Ballermannhits im Hintergrund dudelten. Wie es sich gehört, haben Sven und ich uns ne Currywurst und Pommes gegönnt (natürlich auf deutsch bestellt ;) und dann gings wieder zurück in spanische Lande. Jetzt hab ich den Punkt meiner Sight-Seeing-Tour auch abgehakt ;)




Ansonsten gibt es tolle Neuigkeiten: Ich bin endlich stolze Besitzerin eines Studentenausweises!!!In meinem letzen Eintrag war ich ja schon ordentlich genervt, von der Lahmheit der Bearbeiter. 12 Tage später war immer noch nichts da, die Woche darauf hielt ich ihn dann endlich in der Hand(nach insgesamt 6 anstelle der angekündigten 2-3 Wochen). Außerdem haben wir auch unsere NIE-Nummer erfolgreich, wenn auch nicht ohne die hier obligatorischen Schwierigkeiten und Verzögerungen, beantragt. Die Nie-Nummer heißt einfach nur, dass wir jetzt offiziell als in Spanien lebende Ausländer registriert sind und hier arbeiten, bzw. Praktika machen dürfen.
Apropos Praktikum...da gehts leider nicht voran. Nachdem ich mich unverbindlich schon bei vielen Incoming- und Eventagenturen auf Mallorca nach Praktikumsmöglichkeiten erkundigt und Lebensläufe verschickt habe, gabs leider nur die Aussagen, dass entweder gar keine Praktikanten beschäftigt werden, oder im Moment nichts passendes frei ist. Jetzt hab ich nochmal ne Offensive gestartet mit super kompletter (elektronischer) Bewerbungsmappe, die auch an alle möglichen Hotels hier geht und dann kann ich erstmal wieder nur hoffen. Das Problem ist wohl, dass erstens die Praktikumskultur nicht so ausgeprägt ist wie in Deutschland ,die meisten Praktika nur über die Uni oder Organisationen vermittelt werden, dass zumindest einige der spanischen Betriebe anscheinend doch länger im voraus planen als ich gedacht habe und dass die restlichen im Winter gar nicht planen oder überhaupt arbeiten und sich über sowas wie Praktikanten erst wieder mit wachsendem Geschäft im Februar/März Gedanken machen. Aber da will ich ja schon anfangen! Und ich würde halt wirklich gerne hier auf Mallorca und in Palma bleiben. Ich mag die Stadt, meine Wohnung und ich hab keine Lust mit meinem ganzen Kram, wieder per Flugzeug umzuziehen.
In der Uni läufts ansonsten ganz gut. Die erste und einzige Zwischenprüfung haben wir hinter uns gebracht und die war wirklich ziemlich anspruchslos-genau die Aufgaben, die wir im Unterricht gemacht haben, man musste sich nur ein paar Formeln und Vorgehensweisen beim Problemelösen merken. Hab zwar noch kein Ergebnis, aber das war selbst mit Nasennebenhöhlenentzündung (ja, mal wieder :-( ) kein Problem.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Heute hol ich meinen Studentenausweis ab! Denkste…

Da hab ich den Heinis, wer auch immer dafür verantwortlich ist, schon mehr Zeit gelassen als die angekündigten 15-20 Tage, die der Studentenausweis angeblich bräuchte um fertig und abholbereit zu sein (das allein ist schon schwer begreiflich - dass obwohl die Uni unsere Daten und Fotos seit Mai hat und wir zum Zeitpunkt der Immatrikulation schon 2 Wochen bei der Uni gemeldet waren, die Erstellung des Ausweises ab der Immatrikulation immer noch 20 Tage dauern sollte). Und heute wird mir gesagt, ich solle es nächste Woche Freitag, also noch mal ganze 9 Tage später versuchen, die Uni brauche ein wenig länger…Ich will endlich auch mal was ausdrucken und die PCs in der Uni verwenden können! Aber das geht halt nur mit dem Ausweis. Immerhin konnte ich mich trotzdem schon mal in dem campuseigenen Fitnesscenter anmelden und war auch schon fleißig. Werde jetzt wohl so 2-3 mal die Woche nach den Kursen hingehen und laufen, radeln oder Fitnesskurse besuchen.
Ansonsten ist jetzt auch auf Mallorca der Herbst eingezogen. Nachdem ich schon mal einen Vorgeschmack in Berlin erleben durfte (es war wirklich arschkalt!-aber trotzdem toll), gab’s hier noch ein paar nette sonnige warme Tage und ab gestern ging’s dann los mit Temperaturen um die 10-15 Grad, Regen und Sturm. Ein kleiner Trost war dann zu hören, dass der Winter teilweise sogar wärmer ist als der Herbst und 20 Grad im Januar nicht ungewöhnlich sind. Jedenfalls Herbstzeit = Erkältungszeit (ich bin gerade noch mal davon gekommen) und die ist in Spanien besonders schwer zu ertragen, da einigen Spaniern der Gebrauch von Taschentüchern zwecks Nase leeren unbekannt zu sein scheint. Da wird munter und geräuschvoll die Schnodder hochgezogen, möglichst wenn der Dozent gerade eine Sprechpause macht…Das ist echt so widerlich (viel schlimmer können deine Iren auch nicht sein, Marlen ;), aber denen ein Taschentuch reichen trau ich mich auch nicht.
In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr alle gesund und munter seid und Taschentücher gar nicht nötig habt.

Montag, 13. Oktober 2008

Spanische Arbeitsmoral und Fanni kurz weg von der Insel

Weil gestern Feiertag war in Spanien (Día de la Hispanidad)haben wir heute frei - ist doch ganz logisch, oder? Jedenfalls bei den Spaniern, denn von einem Feiertag, der auf das Wochenende fällt, hat man ja nichts. Und so wird er einfach auf einen Wochentag vorverlegt oder nach hinten verschoben, damit man einen Tag extra frei bekommt und nicht arbeiten oder zur Uni muss. Und vor oder hinter jedem Feiertag der auf einen Dienstag oder Freitag fällt, kommt automatisch ein Brückentag. Nicht, dass ich mich beschwere, aber erstens hat Spanien sowieso schon ziemlich viele Feiertage und zweitens ist es ja nicht gerade so, als ob die Spanier mit ihrem Arbeitseifer sowas ausgleichen könnten. Ich hab das ja bis jetzt nur live bei den Uni-Mitarbeitern mitbekommen-die haben die Arschruhe weg, machen alles soo langsam und uneffektiv, quatschen noch ne Runde, obwohl draußen vorm Büro ne lange Schlange wartender Studenten steht und die siesta gleich anfängt und damit das Büro schließt...Auf den Ämtern soll es noch schlimmer sein, da kommt wohl die "manana, manana"- und "Wir sind dafür nicht zuständig"-Mentalität noch stärker zum Vorschein. Das habe ich noch vor mir, denn damit ich hier auf Mallorca auch das Praktikum machen kann, muss ich mir erstmal so eine Ausländerbescheinigung besorgen. Aber das dann später...
Jetzt hab ich erstmal ne entspannte Woche vor mir: heute frei (da gestern Feiertag), morgen frei (da toller Stundenplan), Mittwoch - ok voller Tag, und Donnerstag flieg ich nach Deutschland für 5 Tage. Vini's Diplomfilm (zu sehen unter www.cortex-serie.de) hat am Freitag nämlich Premiere und das kann ich ja nicht verpassen. Das bedeutet für mich natürlich auch mich mit allem möglichen deutschen Kram wie Nutella (die deutsche Version!), Haribo, Tee, Schokocappuccino, Vitaminbrausetabletten, MaggiFix usw. einzudecken. Sowas gibts hier höchstens in den sehr wenigen Läden mit deutschen Produkten, die man aber fast nur per Auto erreicht und wo noch ein ordentlicher Importzuschlag oben drauf kommt.
Das wird jedenfalls ein kleiner Wetterschock- vom sonnigen 26 Grad warmen Mallorca (laut Wettervorhersage für Mittwoch) ins 10 Grad kalte und nasse Berlin...Ich freu mich trotzdem schon riesig!

Sonntag, 12. Oktober 2008

Noch mal Glück gehabt....

Am letzten Wochenende gab's mal wieder ne private Party voller Erasmusleute, von der wir uns am Sonntag schön am Strand erholen konnten bei super Wetter. Montag war es dafür ziemlich anstrengend, weil diese Woche auch die Spanischkurse begannen und die haben es in sich. Bis Ende November haben wir jetzt dreimal die Woche spanisch, also Montag, Mittwoch und Freitag abends jeweils drei Stunden . Und da wir an den Tagen immer bis 14 Uhr Unterricht haben, lohnt es kaum, zwischendurch nach Hause zu fahren .Das heißt an einigen Tagen sind wir von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends auf dem Campus und werden uns die Zwischenzeit mit Bauch, Beine, Po Training in dem Campus-Fitnessstudio vertreiben, das jedenfalls haben wir uns vorgenommen...Dienstag war dann schon wieder entspannen angesagt, da wir ja den ganzen Tag frei haben und so gönnten wir uns noch einmal einen Strandtag -ach haben wir's gut! Highlight dieser Woche war dann aber trotzdem der Donnerstag, da konnten wir uns nämlich endlich immatrikulieren (nachdem wir erfahren haben, dass man dafür doch nicht erst die in Deutschland unterschriebene Final Learning Agreement braucht, wie man uns bis dahin immer weiß machen wollte). Überhaupt weiß hier in der Uni keiner so wirklich bescheid-entweder sie können dir deine Frage gar nicht beantworten oder dir sonst wie behilflich sein oder man bekommt 3 verschiedene Antworten, wie zum Beispiel auf die Frage, wann wir denn nun unseren Studentenausweis abholen könnten. Wir dürfen also gespannt sein. Was dafür gleich geklappt hat und womit wir noch gar nicht gerechnet hatten-wir haben schon unsere Studentenbusfahrkarte!!!Das ganze wurde abends noch von einer weiteren privaten Erasmusparty gekrönt. Dank der vielen anwesenden Italiener (und Irina;) ging es mal wieder ziemlich laut und lustig zu. Mit dem Spaß war es dann aber vorbei als ich nachts mit meinem Fahrrad zurückfahren wollte und es nicht mehr im Hausflur stand, wo ich es vermeintlich sicher geparkt hatte. Dazu muss ich jetzt natürlich erzählen, dass ich seit ca. 3 Wochen ein süßes Klapprad mein eigen nennen kann. Das hatte ich für 80€ gebraucht gekauft und schon viel genutzt, da man damit meist schneller ist als mit dem Bus. Ganz ungefährlich ist das hier in Palma allerdings nicht, da es erstens kaum Radwege gibt und die Autofahrer kaum auf die nur wenigen Radfahrer Rücksicht nehmen, aber auch weil hier Fahrräder angeblich viel geklaut werden. Deswegen hatte ich mir extra 2 Schlösser besorgt und hab darauf geachtet wo ich es stehen lasse. Aber alle Vorsicht hat nix genützt, mein Fahrrad war weg, garantiert von einem Nachbarn aus dem Haus, wo die Party stattfand, in seine Wohnung getragen. Da war ich echt so sauer-nach nur 3 Wochen! Und dann geschah das Unglaubliche (wirklich unglaublich weil ich bei meinem Pech sonst nie Dinge wiedersehe, die ich verliere oder die mir geklaut werden)- am nächsten Abend stand es dann einfach wieder genau an der Stelle an der ich es gelassen hatte! Thais, die Brasilianerin bei der die Party stattgefunden hatte, hat es dann bis ich es heute holen konnte, erstmal in ihre Wohnung mitgenommen, bevor es wieder verschwinden konnte. Ich vermute, den Dieb hat dann doch das schlechte Gewissen überkommen und/oder die Einsicht, dass es ziemlich dämlich ist, das Fahrrad eines Nachbarn (oder Freund vom Nachbarn) zu klauen, weil man dann ja sowieso nicht ungesehen damit fahren kann...Soll mir egal sein, mein Klapprad und ich, wir sind wieder glücklich vereint :)

Erasmusparty




Freitag, 3. Oktober 2008

Dann will ich mal erzählen...

Genau einen Monat bin ich nun schon hier und hab schon viel erlebt- soviel, dass ich erst jetzt dazu komme davon zu berichten.
Also von Anfang:

Am Mittwoch den 3. Sept. bin ich recht spät abends in Palma gelandet. Mit dabei war Irina, eine Kommilitonin und Freundin aus Bremen, die hier mit mir an der UIB (Universitat de les Illes Balears) studieren wird. So war ich zwar erstmal alleine in meiner Wohung, aber nicht in der Stadt.

Kurzer Zwischenvermerk zur Wohnung: Sie ist nicht gerade zentral gelegen, aber da Palma gar nicht so groß ist, lässt sich alles wichtige mehr oder weniger schnell zu Fuß erreichen. Inzwischen sind alle meine Mitbewohnerinnen da, das heißt noch 2 deutsche Mädels, 1 Italienerin und 1 Brasilianerin- alles Austauschstudentinnen an der UIB. Von der beeindruckenden Gesamtgröße der Wohnung hat mein Zimmer leider nicht viel abbekommen, ganz nach dem Motto "Klein aber fein". Wenn mir die 8m² zu eng werden, habe ich die Wahl zwischen dem großen Wohnzimmer mit Sofa-Sitzecke und Esstischbereich und Balkon, der Küche mit Sitzgelegenheit oder der wirklich riesigen Terasse, die nach hinten raus geht- ideal um an lauen Sommerabenden auf den Gartenmöbeln rumzulungern-was ich natürlich auch schon ausgiebig getan habe.

mi piso


das Wohnzimmer


Die Küche mit Ana (Brasilien) und Federica (Italien)


die Terasse


mein Zimmerchen

Übrigens meine Adresse: Carrer Arquebisbe Aspáreg 19/ 1 07007 Palma de Mallorca
Für alle die unter euch, die dachten Spanisch zu können und sich jetzt wundern: das ist die katalanische Adressenvariante (auf Spanisch: Calle Arzobispo Aspargo). Ja, das ist schon echt verwirrend, vor allem wenn man auf der Suche nach dem Weg Leute fragt und sie dich nicht verstehen oder glauben die Straße nicht zu kennen, nur weil man den anderen Namen verwendet hat (nicht nur einmal passiert…) Überhaupt ist es manchmal zum Verzweifeln mit diesem omnipräsenten Katalan, bzw. Mallorquin. Gerade in der Uni sind alle Dokumente, Infobrochüren und Internetseiten nur auf Catalá. Irinas Mitbewohner (ein gebürtiger Mallorquiner) kann nicht mal richtig Spanisch, selbst wenn er’s versucht.

Achso, einen Festnetzanschluss haben wir auch- 0034 971250389 und seit Irina und ich am 2. Tag gleich 3 spanische Telefonanbieter abgeklappert haben, könnt ihr mich auch auf dem Handy erreichen: 0034 617241578. Zu den Abzockern Vodafone Espana kann ich auch noch Geschichten erzählen, aber jetzt erstmal weiter im Text.

1. Woche

Die ersten Tage haben Irina und ich gut genutzt, um die Stadt zu erkunden und den Stadtstrand zu testen (in den darauffolgenden 2 Wochen haben wir unsere Testreihe noch an den verschiedensten Stränden fortgesetzt und kamen zu dem Schluss, es ist nicht der schönste, ruhigste und sauberste, aber zum Sonnen und Baden reicht er allemal.)
Und in den ersten 4 Tagen, in denen ich ganz alleine in der Wohnung war (bevor Vini angeflogen kam), hab ich auch gleich ordentlich was erlebt: Dass es im Süden Europas Kakerlaken geben soll, weiß man ja irgendwie, aber dass mich gleich am 3. Tag das größte Exemplar von allen im Wohnzimmer auf der Gardine sitzend, unsanft daran erinnert, nehme ich meinem Schicksal echt übel. Nur 2 Tage später hätte ich nach Vini, noch ein paar Tage später nach meinen Mitbewohnerinnen rufen können, aber so mussten ich und sie alleine miteinander fertig werden. Und ihr wisst ja, wie ich mich vor solchen Viechern ekele. Da hätte auch der Staubsauger nicht geholfen, so groß war sie. Zum Glück war im 4. Stock eine nette Nachbarin zu Hause, die mir ein Anti-Kakerlakenspray lieh. Das schien aber erstmal keine Wirkung zu zeigen, denn nach der ersten Dosis, wurde Ms K. erst richtig aktiv-flog von der Gardine und rannte durch das Wohnzimmer (ich konnte mich gerade noch auf die Couch retten). Nachdem mir ein 2. Treffer gelang, wurde sie schon langsamer und verschwand dann aus meinem Sichtfeld. Das hatte zur Folge, dass ich 10 min später fast auf sie drauf getreten wäre, wie sie da rittlings auf dem weiß mit dunklen Flecken gemustertem Fliesenboden lag und verzweifelt strampelte. Dieser Anblick tat mir dann doch leid und so stellte ich einen Kochtopf oben drauf (wer weiß ob die sich nicht wieder erholt hätte, schließlich hatte sie es in diesem Zustand noch fast in den Flur geschafft). Entsorgt hat sie dann Vini, als er dann endlch da war. Ich hab dann gleich Spray und Fallen gekauft, aber seid ich hier nicht mehr alleine bin, ist natürlich keine mehr aufgetaucht. Allerdings seien Kakerlaken hier wirklich nichts Ungewöhnliches, wie meine Nachbarin mir noch erzählte. Gerade, wenn man wie wir im ersten Stock wohnt, müsse man immer damit rechnen, dass sie über den Balkon und durch die Wasserleitungen (also Waschbecken und Duschgulli!!!) in die Wohnung gelangen. Achso, einen kleinen Gecko hatten wir auch schon im Bad, aber der ist nicht so eklig.

Nun zu Herzraseaktion Nr. 2 (am gleichen Tag): Den Abend vorher hatte ich kurz bei Vini in Berlin angerufen, nur um ihn zu bitten doch mal bei skype online zu gehen. Dazu muss ich sagen, dass unser Telefon an der Wand hängt und man den Hörer wieder einhängen muss. Er hing auch, aber wie sich am nächsten Vormittag rausstellte, hatte er dabei den Auflegeknopf nur unzureichend runtergedrückt, sodass der Apparat mir anzeigte, dass ich seit 12 Stunden mit Berlin telefonierte (bei ca. 30 cent die Minute!). Nächster Schock also, der sich zum Glück endgültig legte, nachdem mir die Telefongesellschaft per email mitteilte, dass nur eine Minute in Rechnung gestellt wurde-immerhin bestand ja eigentlich auch keine Verbindung mehr, Vini hatte ja aufgelegt, aber genau weiß man’s ja nie.

Die Tage danach waren dann aber sehr entspannt. Zu dritt (Irina, Vini und ich) haben der Platja de Palma einen Besuch abgestattet (Balneario 15, also weit weg vom Balneario/Ballermann Nr. 6) und eine sight-seeing-tour, wie es sich gehört
mit Stadtplan, Reiseführer und Kameras durch Palma unternommen. Und dafür haben wir uns natürlich den heißesten und schwülsten Tag des Sommers ausgesucht. Dementsprechend oft mussten Irina und ich uns ständig setzen und ausruhen, während Vini munter Foto um Foto schoss (besonders vergammelte Häuser haben es ihm angetan, wie man sieht).

Palma


Der Placa Mayor (hat wahrscheinlich jede spanische Stadt)


Gummibaum...stehen hier und dort und überall (für die, die's nicht wissen: Vini und ich sind selbst stolze Besitzer kleinerer Exemplare)


Die berühmte Kathedrale La Seu


Wir können nicht mehr...



ein wunderschönes Gammelhaus

2. Woche

Überhaupt war es die ersten 2 Wochen so heiß hier, dass man kaum schlafen konnte. Da waren Vini und ich auch ganz froh, als wir dann für 3 Tage auf die Peninsula geflogen sind, um den Hotelgutschein einzulösen, den ich auf der ITB im März gewonnen hatte (2 Nächte für 2 Personen inkl. Frühstück im 5*****Hyatt Regency La Manga Club in der Nähe von Murcia). Da gab es neben einem schick eingerichteten Zimmer, toller Aussicht vom großen Balkon, riesigem Früstücksbuffet und endlich großem Doppelbett (mein Bettchen hier ist so schmal, dass immer einer von uns abwechselnd auf der Wohnzimmercouch schlafen musste), natürlich auch Klimaanlage. Zuerst fühlten wir uns etwas fehl am Platze bei all dem Service und Luxus, aber eigentlich gehörten wir zu den am besten gekleideten Leuten, was auch im Vergleich zu den Massen von englischen Golfern, die schon morgens im Fußballtrikot zum Frühstück kamen (von der Mode der englischen Damen will ich gar nicht erst sprechen), kein Wunder ist.

Hyatt





danach

In Alicante, wohin unser Flug ging, hatten wir übrigens noch Ines und Katja, 2 weitere Kommilitoninnen und Freundinnen aus Bremen, die dort ihr Auslandssemester verbringen, getroffen und haben da noch ein paar Stunden zusammen am Strand verbracht.
Auf dem Weg vom Hotel zurück nach Alicante haben wir übrigens in Murcia halt gemacht und wurden ziemlich enttäuscht. Von der angeblichen Schönheit und Sehenswürdigkeit, konnten wir nicht viel entdecken. Da ist Palma viel schöner und spannender. Aber umso wohler fühle ich mich hier.
Zurück auf Mallorca haben wir das Castell Bellver bestiegen, noch ein paar Strände ausprobiert und dann mit einem süßen kleinen apfelgrünem Ford Fiesta die Insel unsicher gemacht.

Fotos


das einzig Hübsche an Murcia: die Kathedrale


Das Castell Bellver



Wirklich schöne Aussicht auf Palma

Inselrundfahrt

Am ersten Tag ging’s in die Berge (in das Tramuntana-Gebirge) nach Valldemossa und immer die Serpentinen entlang dicht an der Küste, wo wir tolle Aussichtspunkte fanden. Dann weiter Richtung Nordosten zum Cap Formentor. Mein Magen fand diese kurvenreiche Berg- und Talfahrt zwar weniger toll, aber die Ausblicke haben zumindest mich immer wieder versöhnt.
Am nächsten Tag haben wir erstmal 10,50€ gespart, in dem wir nicht in die genauso berühmten wie kitschigen Drachenhöhlen gegangen sind. Stattdessen sind wir weiter immer der Ostküste entlang gen Süden gefahren, auf der Suche nach einer der vielen kleinen versteckten Buchten, die es da geben soll. Eine zwar nicht wirklich einsame, aber doch idyllische Bucht fanden wir dann in mitten eines Nationalparks. Nach ein paar Stunden ging es weiter nach Cala Figuera, einem kleinen Fischerdorf und dann nach Campos, wo Vini unbedingt hinwollte, weil da so viele Windmühlen (= super Fotomotive) stehen. Den 3. gebuchten Tag brauchten wir gar nicht mehr (schließlich wollten wir das Auto ja auch nur für 2 Tage, aber 3 Tage haben gerade mal die Hälfte von 2 gekostet- versteh einer die Spanier…), nur um Vini morgens um 6 zum Flughafen zu bringen.

Inselfotos 1


Valldemossa



unser Autochen - ich bitte zur Kenntnis zu nehmen, wie hervorragend Irinas lila Kleid zum saftigen grün des Wagens passt


Inselfotos 2



Cap Formentor- der nördlichste Punkt Mallorcas

3. Woche


Der Abschied fiel uns verständlicherweise nicht leicht, aber schon einen Tag später kamen meine Eltern und so war ich getröstet ;) Die haben in Paguera , was nicht sehr weit von Palma entfernt ist, Urlaub gemacht und so haben wir uns die folgende Woche öfters getroffen.
Leider hatten wir genau in dieser Woche ein für Mallorca wirklich untypisch schlechtes Wetter. Montag- Donnerstag (Freitag sind sie dann wieder geflogen) war mal weniger, meist mehr Regen, und meistens genau dann, wenn wir uns getroffen haben und durch Palma laufen wollten (Strand stand ganz außer Frage) und den Mietwagen, mit dem wir noch viel vorgehabt hatten, konnten wir auch kaum nutzen.
Aber soviel Zeit hatte ich sowieso nicht für meine Ellis, da gleichzeitig die Einführungswoche der Uni mit Welcome-activities für die Austauschstudenten stattfand.
Da gab’s natürlich viel Blabla am ersten Tag, allerdings auch ein Buffett mit mallorquinischen Tapas, die ich natürlich auch (fast) alle durchprobiert habe. Außerdem wurde ein Foto von allen gemacht (könnt ihr mich entdecken?). Wir sind hier 178 Austauschstudenten, wobei aber allein 59 von anderen spanischen Universitäten kommen. Die größte Gruppe der Ausländer sind natürlich die Deutschen (39), übrigens wirklich fast alles nur Mädchen, und mind. 50% davon studieren, na was wohl…Tourismus. Danach kommen die Italiener (27), es gibt auch 12 Amis und 8 Russinnen und noch jeweils wenige andere aus 17 anderen Ländern. Also doch recht gemischt und überschaubar.
Die gemeinsame Stadtführung am Mittwoch habe ich mir dann geklemmt, kannte ich ja alles schon und hab stattdessen den Tag mit meinen Eltern verbracht. Bevor wir noch mal nach Valldemossa gefahren sind, hab ich diesmal mit ihnen eine kleine Campustour gemacht (liegt auf dem Weg) und wir haben dann gleich mal eines der Restaurants ausprobiert. Ja, schon richtig gelesen, hier gibt es keine Mensen auf dem Campus, sondern Restaurants mit 3-Gänge-Menüs für 6-8 € ! Das ist die einzige aber wirklich leckere Möglichkeit was Warmes zu bekommen, ansonsten gibt es nur Bocadillos (belegte Baguettes), die auch nicht gerade ein Schnäppchen sind.
Am Donnerstag sind wir dann abends mit allen Austauschstudenten essen gegangen in Palma-das war zwar lustig, aber das Essen war miserabel und überteuert.
Dann doch lieber die kleine Tapasbar, in der ich nun schon 2mal geschlemmt habe. Dort gibt es vor allem sog. Pinchos, das sind mit einem Holzstäbchen auf Baguettestückchen aufgespießte Mini-Tapas (z.B. mit lecker Seranoschinken, Thunfischsalatcreme, Hamburger Fleisch mit Käsesoße und Salat, so ne Art Spinat-krokette oder Frühlingsrolle mit Käse und Schinken und und und) und das ganze für 1 € pro Stück. Am Ende werden dann einfach die Spieße gezählt.




Und Freitag ging’s dann mit der ganzen Truppe in einer historischen Eisenbahn in das Küstenstädtchen Soller.