Freitag, 3. Oktober 2008

Übrigens meine Adresse: Carrer Arquebisbe Aspáreg 19/ 1 07007 Palma de Mallorca
Für alle die unter euch, die dachten Spanisch zu können und sich jetzt wundern: das ist die katalanische Adressenvariante (auf Spanisch: Calle Arzobispo Aspargo). Ja, das ist schon echt verwirrend, vor allem wenn man auf der Suche nach dem Weg Leute fragt und sie dich nicht verstehen oder glauben die Straße nicht zu kennen, nur weil man den anderen Namen verwendet hat (nicht nur einmal passiert…) Überhaupt ist es manchmal zum Verzweifeln mit diesem omnipräsenten Katalan, bzw. Mallorquin. Gerade in der Uni sind alle Dokumente, Infobrochüren und Internetseiten nur auf Catalá. Irinas Mitbewohner (ein gebürtiger Mallorquiner) kann nicht mal richtig Spanisch, selbst wenn er’s versucht.

Achso, einen Festnetzanschluss haben wir auch- 0034 971250389 und seit Irina und ich am 2. Tag gleich 3 spanische Telefonanbieter abgeklappert haben, könnt ihr mich auch auf dem Handy erreichen: 0034 617241578. Zu den Abzockern Vodafone Espana kann ich auch noch Geschichten erzählen, aber jetzt erstmal weiter im Text.

1. Woche

Die ersten Tage haben Irina und ich gut genutzt, um die Stadt zu erkunden und den Stadtstrand zu testen (in den darauffolgenden 2 Wochen haben wir unsere Testreihe noch an den verschiedensten Stränden fortgesetzt und kamen zu dem Schluss, es ist nicht der schönste, ruhigste und sauberste, aber zum Sonnen und Baden reicht er allemal.)
Und in den ersten 4 Tagen, in denen ich ganz alleine in der Wohnung war (bevor Vini angeflogen kam), hab ich auch gleich ordentlich was erlebt: Dass es im Süden Europas Kakerlaken geben soll, weiß man ja irgendwie, aber dass mich gleich am 3. Tag das größte Exemplar von allen im Wohnzimmer auf der Gardine sitzend, unsanft daran erinnert, nehme ich meinem Schicksal echt übel. Nur 2 Tage später hätte ich nach Vini, noch ein paar Tage später nach meinen Mitbewohnerinnen rufen können, aber so mussten ich und sie alleine miteinander fertig werden. Und ihr wisst ja, wie ich mich vor solchen Viechern ekele. Da hätte auch der Staubsauger nicht geholfen, so groß war sie. Zum Glück war im 4. Stock eine nette Nachbarin zu Hause, die mir ein Anti-Kakerlakenspray lieh. Das schien aber erstmal keine Wirkung zu zeigen, denn nach der ersten Dosis, wurde Ms K. erst richtig aktiv-flog von der Gardine und rannte durch das Wohnzimmer (ich konnte mich gerade noch auf die Couch retten). Nachdem mir ein 2. Treffer gelang, wurde sie schon langsamer und verschwand dann aus meinem Sichtfeld. Das hatte zur Folge, dass ich 10 min später fast auf sie drauf getreten wäre, wie sie da rittlings auf dem weiß mit dunklen Flecken gemustertem Fliesenboden lag und verzweifelt strampelte. Dieser Anblick tat mir dann doch leid und so stellte ich einen Kochtopf oben drauf (wer weiß ob die sich nicht wieder erholt hätte, schließlich hatte sie es in diesem Zustand noch fast in den Flur geschafft). Entsorgt hat sie dann Vini, als er dann endlch da war. Ich hab dann gleich Spray und Fallen gekauft, aber seid ich hier nicht mehr alleine bin, ist natürlich keine mehr aufgetaucht. Allerdings seien Kakerlaken hier wirklich nichts Ungewöhnliches, wie meine Nachbarin mir noch erzählte. Gerade, wenn man wie wir im ersten Stock wohnt, müsse man immer damit rechnen, dass sie über den Balkon und durch die Wasserleitungen (also Waschbecken und Duschgulli!!!) in die Wohnung gelangen. Achso, einen kleinen Gecko hatten wir auch schon im Bad, aber der ist nicht so eklig.

Nun zu Herzraseaktion Nr. 2 (am gleichen Tag): Den Abend vorher hatte ich kurz bei Vini in Berlin angerufen, nur um ihn zu bitten doch mal bei skype online zu gehen. Dazu muss ich sagen, dass unser Telefon an der Wand hängt und man den Hörer wieder einhängen muss. Er hing auch, aber wie sich am nächsten Vormittag rausstellte, hatte er dabei den Auflegeknopf nur unzureichend runtergedrückt, sodass der Apparat mir anzeigte, dass ich seit 12 Stunden mit Berlin telefonierte (bei ca. 30 cent die Minute!). Nächster Schock also, der sich zum Glück endgültig legte, nachdem mir die Telefongesellschaft per email mitteilte, dass nur eine Minute in Rechnung gestellt wurde-immerhin bestand ja eigentlich auch keine Verbindung mehr, Vini hatte ja aufgelegt, aber genau weiß man’s ja nie.

Die Tage danach waren dann aber sehr entspannt. Zu dritt (Irina, Vini und ich) haben der Platja de Palma einen Besuch abgestattet (Balneario 15, also weit weg vom Balneario/Ballermann Nr. 6) und eine sight-seeing-tour, wie es sich gehört
mit Stadtplan, Reiseführer und Kameras durch Palma unternommen. Und dafür haben wir uns natürlich den heißesten und schwülsten Tag des Sommers ausgesucht. Dementsprechend oft mussten Irina und ich uns ständig setzen und ausruhen, während Vini munter Foto um Foto schoss (besonders vergammelte Häuser haben es ihm angetan, wie man sieht).

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